Komplexität raus. Speed rein.
Ein gewachsenes Docker- und CI/CD-Setup bei Digistore24
Ein funktionierendes System, das immer schwerer zu verändern war
Das technische Setup von Digistore24 war über viele Jahre mit dem Unternehmen gewachsen. Neue Anforderungen, unterschiedliche Zielumgebungen und technologische Veränderungen hatten zu einer Architektur geführt, die ihren Zweck erfüllte, für die Entwicklerinnen und Entwickler von Digistore24 aber zunehmend schwer zu überblicken und anzupassen war.
Besonders sichtbar wurde das im Docker- und CI/CD-Setup. Unterschiedliche Build-Konfigurationen erhöhten die Zahl der Varianten. Große Docker-Images verlängerten Übertragungs- und Laufzeiten. Rechenintensive Workflows sorgten für Wartezeiten und hohe Cloud-Computing-Kosten. Bei rund 60.000 CI/CD-Jobs pro Monat wurde aus technischer Komplexität ein relevanter wirtschaftlicher Faktor.
„Ehrlich gesagt hatten wir Respekt davor, im laufenden Betrieb an unserem 15 Jahre gewachsenen Infrastruktur-Setup zu schrauben. MPOWR IT hat nicht alles umgeworfen, sondern mit uns Schritt für Schritt aufgeräumt. Seitdem fühlt es sich wieder leichter an, an unserem Setup selbst zu schrauben.“
Gerd Rönsch
Engineering Manager bei Digistore24
Assessment von Codebase, Docker-Builds und CI/CD-Pipelines
Nicht Symptome optimieren, sondern Zusammenhänge verstehen
MPOWR IT startete mit einem gemeinsamen Assessment der Codebase und der bestehenden Entwicklungsprozesse von Digistore24. Betrachtet wurden Entwicklungsumgebung, Docker-Build-Setup, CI/CD-Pipelines, Logging, Delivery-Architektur und Cloud-Computing-Kosten.
Die erste Erkenntnis war eindeutig. Es gab nicht den einen Engpass. Die Komplexität war aus vielen Entscheidungen, Konfigurationen und Abhängigkeiten entstanden, die sich über Jahre entwickelt hatten. Eine nachhaltige Verbesserung musste deshalb an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzen.
Genau darin liegt die Stärke von MPOWR IT. Wir betrachten Software, Infrastruktur und Teamprozesse nicht isoliert, sondern als ein zusammenhängendes System.
Mehr dazu: System und Software-Architektur
Docker-Images verkleinern und CI/CD-Kosten senken
Weniger Varianten. Weniger Wartezeit. Mehr Sicherheit.
Gemeinsam mit dem Entwicklungsteam von Digistore24 definierte MPOWR IT vier Ziele.
- Die Docker-Builds sollten vereinheitlicht und ihre Variabilität reduziert werden.
- Die Images sollten kleiner und für den produktiven Betrieb konsequent gehärtet werden.
- Die CI/CD-Workflows sollten schneller und stabiler laufen.
- Die Kosten für die rund 60.000 monatlichen Jobs sollten deutlich sinken.
Jede Entscheidung musste zum bestehenden System, zum Team und zur langfristigen Weiterentwicklung passen.
Docker-Builds vereinheitlichen, Images härten und Pipelines beschleunigen
Ein Image pro App statt immer neuer Varianten
MPOWR IT konsolidierte die Docker-Build-Konfigurationen für jede Applikation. Statt separater Images für Entwicklung, QA und Produktion gibt es jetzt ein einheitliches Docker-Image mit klar definierten Build-Targets für die jeweilige Zielumgebung. Das reduziert nicht nur die Zahl der Images. Es schafft einen gemeinsamen Standard, vereinfacht die Wartung und macht Änderungen für das Team leichter nachvollziehbar. Heute baut und pflegt Digistore24 30 % weniger Images.
Kleinere Images, weniger Ballast
Als Base-Images setzte MPOWR IT minimale Distributionen ein. Die Images enthalten damit nur noch, was der Betrieb wirklich braucht, und sind im Durchschnitt 45 % kleiner. In Jobs und Laufzeitumgebungen müssen dadurch weniger Daten gespeichert, gepusht und gepullt werden. Das spart Zeit, Rechenleistung und Kosten.
Security direkt in der Runtime
Zusätzlich härtete MPOWR IT die Images nach aktuellen Security Best Practices. Unnötige Komponenten flogen raus, die Angriffsfläche in den Laufzeitumgebungen sank. Für MPOWR IT ist Sicherheit kein nachträglicher Kontrollschritt, sondern fester Bestandteil der Build-Prozesse und der Architektur.
Mehr dazu: IT & Cloud Security
Mehr Leistung für die rechenintensiven Jobs
Alle Docker-Image-Build-Workflows und die besonders rechenintensiven CI-Jobs stellte MPOWR IT auf blacksmith.sh Runner um. Mehr CPU-Leistung, Sticky Disks und effizientes Layer-Caching sorgen dafür, dass bereits erledigte Arbeitsschritte besser wiederverwendet werden. Zusammen mit den kleineren, einheitlicheren Images verkürzte sich die Laufzeit der betroffenen Build- und CI-Workflows um rund 71 %.
Rund 77 % geringere CI/CD-Kosten pro Monat
Weniger Technik, die im Weg steht
Für das Entwicklungsteam von Digistore24 zählt vor allem, was im Alltag ankommt. Mehr Stabilität, weniger Wartezeit und ein Setup, das sich wieder überblicken und verändern lässt. Pro App pflegt das Team nur noch ein Image. Die Apps laufen auf minimalen, gehärteten Runtimes mit kaum noch Angriffsfläche. Und die rund 77 % geringeren CI/CD-Kosten pro Monat schaffen Spielraum für die Themen, die Digistore24 wirklich voranbringen.
Nachhaltig statt nur schnell
Ein Setup ist erst besser, wenn das Team damit weiterarbeiten kann
MPOWR IT traf die technischen Entscheidungen nicht im Alleingang. Jeden Vorteil und jedes Trade-off analysierte und beschloss MPOWR IT gemeinsam mit dem Team von Digistore24. So entstand keine externe Lösung, die nach Projektende zum nächsten schwer verständlichen System wird, sondern ein Standard, den das Team nachvollzieht, anwendet und weiterführt.
Ergänzend erarbeitete MPOWR IT eine KI-freundliche Dockerfile-Guideline. Daraus entstand bei Digistore24 ein eigener KI-Skill für das Erstellen und Pflegen von Docker-Images. Die neuen Standards sind damit nicht nur dokumentiert, sondern fließen direkt in die tägliche Entwicklungsarbeit ein.
Was dieser Case zeigt
Historisch gewachsene Systeme brauchen nicht automatisch einen kompletten Neustart. Oft liegt der größere Hebel darin, Komplexität gezielt zu reduzieren, technische Entscheidungen zu vereinheitlichen und das bestehende Team zu befähigen, das System selbst weiterzuentwickeln.
„Das Beste ist, dass MPOWR IT sein Wissen nicht wieder mitgenommen, sondern bei uns gelassen hat. Heute entwickelt mein Team unser Setup selbst weiter, ohne dass etwas ins Wanken gerät.“
Gerd Rönsch, Engineering Manager bei Digistore24
Dafür verbindet MPOWR IT Analyse, Architektur, Umsetzung und Wissenstransfer. Nicht als Beratung, die Empfehlungen abgibt und wieder verschwindet, sondern als technischer Partner, der Verantwortung für messbare Verbesserungen übernimmt.
Über den Autor
Holger Woltersdorf, Gründer und Geschäftsführer von MPOWR IT, ist System- und Softwarearchitekt, leidenschaftlicher Softwareentwickler und Enabler leistungsstarker Teams. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung als Entwickler und Teamleiter verfügt er über umfassende Expertise in der Entwicklung von E-Commerce-Plattformen – unter anderem für die Mobilfunk-, Mode- und Lebensmittelbranche – sowie in den Bereichen Erneuerbare Energien, Spezialmaschinenbau, Healthcare und Bildung.